Elektrofähre Grotte Esbjerg nimmt Gestalt an

01.06.2021 – NewsGrotte Esbjerg ist die neue Elektrofähre, die zwischen Fanø und Esbjerg pendeln soll. Damit sie genau in den Fähranleger passt, ist sie sozusagen ein Klon der aktuellen Fanø Fähren Fenja und Menja geworden. 

Update vom 09.09.2021: Die neue Fähre ist mittlerweile fertig und ist nach ersten Testfahrten in Esbjerg angekommen. 

Die Fähre soll im September 2021 geliefert und nach den Testfahren in Betrieb genommen werden. Grotte Esbjerg ist eine elektrische Fähre und das spürt man. Zum Beispiel riecht es im Maschinenraum nicht nach Öl.

Die beiden Elektromotoren am Ende des Schiffsbugs sind zwar nicht besonders groß, aber sie leisten jeweils 375 kW und zusammen sind sie so stark wie die Dieselmotoren von Fenja und Menja, erzählt Chefingenieur Ole Berg Hansen von Molslinjen gegenüber der Fanø Posten.

Elektrofähre Grotte Esbjerg nimmt Gestalt an
© Fanø Posten

Da die Fähre Grotte Esbjerg in die Fährlager passen muss, ist sie optisch ein Klon der anderen beiden Fähren. Mit einem leicht veränderten Design des Autodecks hofft man jedoch, ein paar zusätzliche Autos unterzubringen.

Noch viel zu tun

Aktuell befindet sich die neue Elektrofähre noch in einer Werft in Hvide Sande. Hier sind fleißige Arbeiter und Techniker damit beschäftigt, den vor einigen Monaten aus Polen eingetroffenen Schiffsrumpf auszubauen.

Es ist jedoch auch noch einiges zu tun, denn es gibt z.B. noch Treppen ohne Geländer und einige Kabel, die von den Decken hängen.

Innenraum der Fähre
© Fanø Posten

Lkw-Motor für den Notfall an Bord

Die neue Elektrofähre hat eine kleine Besonderheit: Grotte hat ein eigenes Kraftwerk – einen LKW-Motor, welcher die Fähre mit Biodiesel und einem angeschlossenen Generator 24 Stunden lang mit Strom versorgen kann.

Es gab viele Diskussionen über die Notwendigkeit dieser Maßnahme, aber sie wurde letztlich umgesetzt. Chefingenieur Ole Berg Hansen glaubt allerdings nicht, dass der Motor häufig benötigt wird.

Ole Berg Hansen am Dieselmotor der Grotte Esbjerg
© Fanø Posten

Hohe elektrische Leistung

Der Ladearm der neuen Fähre Grotte findet bei der Ankunft in Esbjerg sofort die “Steckdose” und saugt acht Minuten lang an ihr.

Das sollte ausreichen, um die Lithium-Ionen-Batterien auf Höchstleistung zu halten. Sie fassen so viel Strom wie 11 Tesla Xs, 1107 kWh. Die Wärme von ihnen dient zusätzlich zur Beheizung des Schiffes.

Ole Berg Hansen am Elektromotor
© Fanø Posten

Überdachte Fahrradabstellplätze

Neu ist auch, dass das Schiff einen doppelten Boden hat, also der obere Teil weitgehend aus Aluminium besteht, um Gewicht zu sparen. Die Bänke auf dem Sonnendeck haben Planken aus Verbundwerkstoff.

Das Fahrraddeck wird an beiden Enden Glasschiebetüren haben, um vor Wind und Regen zu schützen. Die Fähre wird im September ausgeliefert und nach den Testfahrten in Betrieb genommen.

Sonnendeck Grotte Esbjerg
© Fanø Posten

Übrigens: Der Name “Grotte” folgt weiterhin der nordischen Mythologie. Mehr dazu gibt es hier: Neue Elektrofähre erhält Namen

Dieser Beitrag entstand in der Kooperation mit Fanø Posten (Insel-Zeitung).

Text & Fotos: Fanø Posten

Deutsche Fassung & Bearbeitungen: Fanø Reisen

Hier geht´s zum Original-Artikel vom 29.05.2021

Fanø News in Kooperation mit Fanø Posten (Fanø Nachrichten)
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