Fannikertage

Die Fannikertage bzw. die Fannikerdagen finden jedes Jahr am zweiten Juli-Wochenende statt. Das nächste Mal finden die Fannikertage  vom 09.07.2021 bis zum 11.07.2021 in Nordby auf Fanø statt.

Bei dem traditionsreichen Event erleben die Einwohner von Nordby, welche Fanniker genannt werden, ein Wochenende mit traditionellen Trachten, dem eigenen Volkstanz und lokaler Volks-Musik. Das Highlight der Fannikertage bildet die Heimkehr der Seemänner und die anschließende Hochzeitsfeier. 

Fannikertage
© Jan Vejvad Christensen

Aufgrund der Corona Krise werden Veranstaltungen und Festivals in Dänemark größtenteils abgesagt. Die Fannikertage 2020 wurden zwar nicht abgesagt, fanden aber nur eingeschränkt statt.

Natürlich hoffen wir, dass die Fannikertage 2021 wieder ohne Einschränkungen stattfinden können. Noch kann man hierzu aber keine Prognose abgeben. Wenn es neue Erkenntnisse gibt, werden sie hier veröffentlicht. Mehr Informationen zum Thema Corona gibt es hier: Fanø Corona News.

Übrigens: Nicht alle Einwohner von Fanø gehören zu den Fannikern. So sind die Fanniker die Einwohner Nordbys und die Einwohner von Sønderho, südlich der Insel, werden als Sønderhoninger bezeichnet. 

Sønderho hat ebenfalls einen Feiertag, um die Traditionen und Geschichte der Insel zu huldigen, den sogenannten Sønderhotag.

Fannikerdagen
© Jan Vejvad Christensen

Was passiert während der Fannikertage?

An den Fannikertagen stehen jede Menge Veranstaltungen auf dem Plan. Es können übrigens auch interessierte Urlauber an den Fannikertagen teilnehmen.

  • Tanzvorführungen
  • Kulinarische Köstlichkeiten
  • Heimkehr der Seemänner & Hochzeitsfeier
  • Lokale Volksmusik
  • Wettbewerbe
  • Geschichten der Seemänner – Seemansgarn
  • Traditionelle Kleidung
Fanniker in ihren Trachten
© Jan Vejvad Christensen

Traditionelle Trachten ausleihen

Beim Verein Foreningen Fannikerdagen können Sie übrigens die traditionellen Kostüme ausleihen. Gerade für Mädchen und Frauen gibt es eine große Auswahl.

Aber auch für Jungen- und Herren gibt es eine kleine Anzahl an Anzügen. Wenn Sie Mitglied des Vereins sind, zahlen Sie keine Leihgebühr, wenn nicht zahlen Sie 50 DKK (ca. 6,70€). 

Beim Anlegen der Trachten braucht es ein bisschen Übung und es wird Ihnen gerne wie auf diesem Foto geholfen. 

Frau wird eine Fanniker Tracht angezogen
© Mette Berg-Jensen

Geschichte der Fannikertage

Bereits seit 1953 werden die Fannikertage im Bezug zu den traditionellen Werten der Insel veranstaltet. Die Erlöse flossen in der Vergangenheit unter anderem in historische Häuser in Nordby und das Museum der Insel. 

Besonders das Thema Freiheit und Unabhängigkeit in Verbindung mit der damalig belebten Schifffahrt der Insel wird bei den Fannikertagen thematisiert. 

Fanniker beim Tanzen
© Jan Vejvad Christensen

Freiheit und Unabhängigkeit

Fanø sollte 1741 in Ribe versteigert werden. Den Fannikern gelang es jedoch die Insel freizukaufen, dem vorherrschenden stavnsbånd somit zu entfliehen und mit ihren eigenen Schiffen auf große Reise gehen zu dürfen. 

Hierfür sollen Vertreter von Sønderho und Norby mit ihren Frauen nach Ribe gereist sein und mit einer List mehrere Kaufleute vom Kauf Fanøs abgehalten haben, um selbst den Zuschlag zu bekommen.

 

Fanniker an einem Boot
© Jan Vejvad Christensen

So haben sie einige Türen der Zimmer von potenziellen Käufern kurzerhand verriegelt. 

Beim stavnsbånd wurde es jungen Männern verboten das Land, auf dem sie geboren wurden, zu verlassen. 

Das sollte dazu beitragen, die Landwirtschaftskrise in Dänemark zwischen 1733 und 1800 zu stoppen.

Mehrere Fanniker sind bereit zum Tanzen
© Jan Vejvad Christensen

Schifffahrt auf Fanø

Die Schifffahrt war vor allem im 18. und 19. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil des Überlebens für die Einwohner von Fanø. 

Viele Einwohner Fanøs waren mit dem Schiffsbau beschäftigt oder gingen an Bord verschiedener Schiffe und brachten Andenken, Geschirr und Lebensmittel aus aller Welt mit auf die Insel. 

Schifffahrt auf Fanø

Der Schiffsbau auf Fanø begann bereits ab 1760 und erreichte seinen Höhepunkt ca. 1850 mit etwa neun Schiffbaumeistern auf der Insel. 

Damals wurde auch im mittlerweile komplett versandeten und stillgelegten Hafen von Sønderho Schiffe gebaut und in die Welt entsandt. 1896 verlies das letzte Schiff eine Werft auf Fanø, was auf die Umstellung von Holzschiffen auf den Bau von Schiffen mit Eisen und Stahl zurückzuführen ist.

Tau

Fayence-Hunde auf Fanø

Durch die Schifffahrt gelangten auch die Fayence-Hunde auf die Insel. Diese wurden zwischen 1860 und 1900 für die verlobten und Frauen der Seefahrer aus England mitgebracht.

Die Fayence-Hunde auf Fanø sind noch heute in vielen Fenstern zu finden. Sie wurden mit dem Blick nach draußen platziert, wenn der Mann auf See war und mit Blick nach innen, wenn der Mann heimgekehrt ist. 

Aber nicht nur dort sind sie zu finden, sondern es gibt auch eine große Skulptur von Ihnen in Nordby (siehe Foto). Man findet Sie direkt am Anlieger im Hafen.

Fayence-Hunde auf Fanø
© Jan Vejvad Christensen

Fotos der Fannikertage

Die Fannikertage sind immer mit viel Spaß verbunden. Hier haben wir noch ein paar Bilder für Sie zusammengestellt, damit Sie einen kleinen Eindruck der Festlichkeiten bekommen.

Zwei Frauen haben Spaß in den Trachten
© Mette Berg-Jensen
Gruppenbild während der Fannikertage
© Mette Berg-Jensen
Fannikertage Moderation
© Mette Berg-Jensen
Fannikertage in Nordby
© Mette Berg-Jensen
Trachten anlegen während der Fannikertage
© Mette Berg-Jensen
Gruppenbild bei den Fannikertagen
© Mette Berg-Jensen

Fannikertage - Fazit

Das traditionelle Fest lässt nicht nur die Herzen der Bewohner Nordbys höherschlagen, sondern ist auch für Menschen, die nicht von Fanø kommen ein schönes Erlebnis. Es lässt sich wunderbar mit einem Urlaub in einem der Ferienhäuser auf Fanø verbinden. 

Jeder kann teilnehmen und sich sogar in traditioneller Tracht präsentieren. Das mag zwar ungewohnt sein, macht aber auch richtig Spaß. Insgesamt lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.

Fanniker Days
© Jan Vejvad Christensen

Vielen Dank an Jan Vejvad Christensen und Mette Berg-Jensen, dass wir die wunderschönen Bilder der Fannikertage verwenden dürfen.