Hotelprojekt in Rindby findet Investoren und erntet Kritik

22.07.2022 – NewsRindby soll sein Potenzial durch ein großes Hotelprojekt besser ausschöpfen – so der Plan der lokal zusammengeschlossenen Initiatoren. Die Grundlage hierfür wurde durch die Zustimmung des Stadtrates zur Änderung des Bebauungsplans bereits im Juni 2021 geschaffen. Mittlerweile wurden auch Investoren gefunden, die bereit sind über 500 Millionen DKK in das Projekt zu stecken. Trotzdem stößt das Projekt bei Urlaubern und Einheimischen nicht nur auf Gegenliebe.

Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals am 10.07.2021 und wurde am 22.07.2022 akualisiert.

Rindby Strand hat das Potenzial, sich selbst beträchtlich zu verbessern – zumindest, wenn es nach den lokalen Förderern geht, die hinter der Idee eines Hotels in Rindby stehen. Dennis Feldberg, Morten Halkjær und Hanne Thyssen treiben die Idee maßgeblich voran.

“Wir träumen davon, dass Rindby Strand der nächste große Ort sein könnte. Deshalb haben wir eine Bebauungsplanänderung initiiert, um einzigartige Möglichkeiten für die Zukunft zu schaffen. Dies vor dem Hintergrund, dass wir erkennen, dass unser Gebäudebestand aus den 1960er Jahren völlig verfallen ist”, sagt Hanne Thyssen im Juni 2021 gegenüber der Fanø Posten.

Hotel Symbolbild
Symbolbild - Foto: © Pixabay

Große Pläne für hochwertiges Hotel in Rindby

Eine deutsch-dänische Investorengruppe möchte auf dem Gelände von Feldberg Strandcamping, Rindby Supermarkt und einem angrenzenden freien Grundstück einen Hotelkomplex mit 300 Zimmern bauen. Das Hotel könnte 700-800 Betten beherbergen.

Angestrebt werden 170.000 zusätzliche Übernachtungen pro Jahr, das sind 21 Prozent mehr als im Jahr 2021. Die Gesamtzahl der Übernachtungen wird jedoch niedriger ausfallen, weil die Übernachtungen auf dem Campingplatz wegfallen. Im Übrigen könnten durch das Projekt 80 bis 100 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Investor Sven Hollesen
Investor Sven Hollesen bei Bürgerversammlung in der Fanø Schule im Juni 2022 - Foto: © Fanø Posten

Die Vision der Initiatoren

Morten Halkjær, einer der Initiatoren gegenüber der Fanø Posten: “Dennis und ich sind in einem Alter, in dem die “Verfallszeit” näher rückt. Und für uns war es wichtig, das richtige Projekt zu finden, was wir mit dem Gebiet hier draußen machen können. […] Wir träumen davon, zu dem zurückzukehren, womit Fanø angefangen hat: den Kur- und Badehotels. […] Genau hier in Rindby Strand haben wir die einmalige Gelegenheit, 23.000 Quadratmeter Land zusammenzubringen, das ein Bauträger zu einem modernen Kur- und Badeort gestalten kann, auf den wir alle stolz sein können. Und jetzt haben wir die Lösung gefunden.”

Morten Halkjær in Rindby
Initiator Morten Halkjær - Foto: © Fanø Posten

“Wir werden Fanø auf eine Landkarte setzen, auf der wir seit 1892 nicht mehr waren. Wir werden ein einzigartiges Gebiet mit einer modernen Form des Tourismus haben, die nicht so sehr von uns selbst, sondern von Außenstehenden inspiriert ist. Wir bekommen neues Blut und es ist eine neue Art, Touristen auf die Insel zu locken. Außerdem haben die Inselbewohner uneingeschränkten und kostenlosen Zugang zum Spa, zu den Konferenzeinrichtungen und den Veranstaltungsräumen. Das wollten wir und es ist uns gelungen. Und man muss bedenken, dass noch kein einziger Strich des Architekten gezeichnet worden ist. Es gibt einige Ideen und Anforderungen”, ergänzt er.

Plan für das Hotelprojekt in Rindby
Die Pläne für die Bebauung - Foto: © Fanø Posten

Hotelprojekt in Rindby stößt auf heftige Kritik

Die Reaktionen nach Veröffentlichung der Pläne waren heftig – vor allem in den sozialen Medien. Sowohl viele Urlauber als auch ein Teil der Einheimischen zeigte sich empört über die neuen Pläne für den Hotelkomplex in Rindby. Die größten Kritikpunkte:

  • Der Naturschutz: Britt Schak Hansen von der dänischen Gesellschaft für Naturschutz Fanø sorgt sich um den ökologischen Fußabdruck der Insel, der durch mehr Touristen, Autos und erhöhten Wasserverbrauch ihrer Meinung nach wesentlich größer ausfallen könnte als bisher.
  • Die Größe und die Bauweise: Ein großer Hotelkomplex aus Beton mit einer geplanten Bauhöhe von 12,5 Metern passt für viele Kritiker nicht zum Charme der Insel und dies könnte auch angrenzende Grundstücke und Ferienhäuser entsprechend beeinflussen.

Kritik enttäuscht Initiatoren

Morten Halkjær ist traurig über die negativen Reaktionen, die es gegeben hat, aber war auch nicht überrascht: “Wir wussten, dass das kommen würde, aber ich habe alle Kommentare gelesen und sehe, dass 80 Prozent nicht von der Insel kommen. Der Rest sind die erwarteten Debattierer, die ihre eigene Agenda haben. […] Und es werden viele einsilbige Wörter über etwas verwendet, das noch nicht einmal gezeichnet wurde.” 

Hotel in Rindby
Foto: © Fanø Posten

Morten erzählt weiter: “Wir machen das schon seit vier Jahren und glücklicherweise haben die Politiker der Konsultation zugestimmt und so werden wir es weiterführen. Wenn wir ein fertiges Projekt haben, werden sich 80 % darin wiederfinden. Wir haben Leute, die über 500 Millionen Kronen investieren wollen. Wir müssen ihnen Respekt entgegenbringen. Aber natürlich müssen sie auch unser Erbe respektieren”.

Er fügt hinzu, dass er nicht über die nötigen Millionen verfügt, um den überdimensionierten und heruntergekommenen Supermarkt zu ersetzen. Und dass das Projekt einen modernen Lebensmittelladen umfasst.

Dieser Beitrag entstand in der Kooperation mit Fanø Posten (Insel-Zeitung).

Text & Fotos: Fanø Posten

Deutsche Fassung & Bearbeitungen: Fanø Reisen

Original-Artikel:
Rindby Strand skal op i international klasse
Hotelprojekt i Rindby til 500 millioner kroner
Et skæbnevalg for Fanø

Fanø News in Kooperation mit Fanø Posten (Fanø Nachrichten)
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